Beiträge Bürgerverein

Beiträge Bürgerverein Sommerhausen

 

Sommerhäuser Zeitgeschehen

TSG Sommerhausen e.V.
Sommerhäuser Fußball wieder im Aufwärtstrend - Jugendarbeit von Walter Seubert trug Früchte
Saison 1965-66


Siegbert Fuchs erinnert sich
August 2020

 

Die  sieben goldenen Jahre im Sommerhäuser Fußball folgten. Wenn es auswärts geht, so kommt das nicht von ungefähr. Immer stehen Menschen dahinter, die für das Gemeinwohl viel tun und die Gabe haben, ihre Ideen zu vermitteln und beharrlich bleiben, auch wenn sie in der Öffentlichkeit oft nicht wahr genommen werden und gehänselt werden. Das sind die Kümmerer, die da sind, wo es brennt. So ein Typ war Walter Seubert. Ohne ihn, der sich um die Jugend kümmerte, wären wir, die wir den Fußballsport so liebten, nie weiter gekommen. Wir kamen fast alle aus kleinen Verhältnissen. Vordergründig stand zuerst die Hilfe im elterlichen Betrieb.  Erst nach getaner Arbeit, draußen im Garten oder im Feld, durften  wir unserer Leidenschaft nachgehen und so tobten wir uns aus in Sport und Spiel, entweder in den Gassen, draußen in der Natur oder auf dem Sportplatz. Wir hatten Vorbilder, denen wir aufschauen konnten, weil sie Vorbilder in unseren Augen waren, die nicht den Kommerz, wie in der jetzigen Zeit, unerbittlich nachjagen.  

Inspiriert und aufgewertet  wurde der Fußballsport im ganzen Land durch das Auftreten der Deutschen Fußballnationalmannschaft. 1966 erreichte die DFB-Elf das Finale in London gegen England und verlor unglücklich mit 2:4 nach Verlängerung. Das nicht reguläre Tor zum 2:3 von Jeff Hurst an die Unterkante der Latte war monatelang Gesprächsstoff  Nr.1. Die Niederlage schmerzte sehr, doch sie hinterließ in der Fußballwelt einen nachhaltigen Eindruck. Wie sich die Deutsche Fußballnationalmannschaft präsentierte, wie sie fair die bittere Niederlage hinnahm, war bemerkenswert.  In der ganzen Welt wurde diese großartige Einstellung gewürdigt. Das Image der Deutschen, das bedingt durch die beiden Weltkriege nicht gut war, wurde kräftig aufpoliert.  Vier Jahre später, als die DFB-Elf bei der WM in Mexiko im Jahrhundertspiel im Halbfinale gegen Italien 3:4 verlor, waren wieder die Deutschen die tragischen Helden. Wieder nahmen sie diese  Niederlage fair hin. Allen voran Uwe Seeler, der nie Weltmeister wurde. „Uns Uwe“ gehörte zu diesen einmaligen Spielertypen, welche die positiven deutschen Tugenden verkörperten. Nie aufzugeben, sich im Dienste der Mannschaft zu stellen und immer fair zu bleiben.  11 Freunde sollt ihr sein. Heute zählt das nicht mehr im Profifußball, der so grausam hässlich durch die wahnsinnigen Gehälter und Ablösesummen geworden ist. Selbst durch die Corona- Pandemie hat sich das leider nicht geändert. Unbegreiflich ist, dass Millionen von Menschen diesen Kult noch für gut empfinden.

Erinnern wir uns an  noch unbeschwerte Zeiten in den 60er und 70er Jahren,  als es stetig bergauf ging und auch die kleinen Leute davon profitierten. Wer fleißig war, kam zu etwas. Sommerhausen entwickelte sich positiv auf  allen Ebenen. Unser Vereinsleben erlebte einen ungeahnten Boom. Die TSG war in allen Abteilungen sehr gut aufgestellt. Die Anzahl der Mitglieder stieg. Willi Supp der damalige 1.Vorsitzende und sein Nachfolger Heinz Schenk brachten die TSG enorm voran. Davon berichte ich später.

Zurück zu König Fußball. Die TSG Sommerhausen verharrte vier Jahre in der C-Klasse. In der Saison 1965-66 waren die Sommerhäuser Fußballer nicht mehr zu bändigen und stiegen mit großem Vorsprung vor dem Zweiten SV Gelchsheim endlich auf.  42:4 Punkte und 102:28 Tore errang die TSG, eine eindrucksvolle Bilanz. Vorne weg als Torschützenkönig mit 25 Toren Georg Dusel, mittlerweile schon 35 Jahre alt. Danach folgten Siegfried und Hans Geisendörfer mit jeweils 13 Toren. 6 Tore erzielten Reinhold Siegmund, Walter Furkel und Manfred Kilian.

Die Saison begann jedoch zähflüssig. Gegen die „Kröpfer“ aus Kleinochsenfurt taten sich die Sommerhäuser sehr schwer. „Keeper“ Winfried Dusel, der Nachfolger von Wolfgang Korn, hatte einen rabenschwarzen Tag und ließ drei haltbare Tore zu. Trotzdem gewann die TSG durch Tore von Georg Dusel, Werner Markert und Manfred Kilian und einen Eigentor des robusten Kleinochsenfurter Georg Metzger, der seinen Namen alle Ehre machte, mit 4:3. Die TSG spielte mit:  Winfried Dusel – Martin Mündlein, Reinhold Stegner – Werner Benkert, Hans Dusel. Fritz Kreuzer – Georg Dusel, Rolf Urban, Waldemar Helm, Werner Markert, Manfred Kilian.  Ersatz: Siegfried Geisendörfer, Günther Kirchner.

Auch im nächsten Spiel in Hopferstadt ließ die TSG vier Gegentore zu. Dank Georg Dusel, der drei Tore schoss und ein Tor  von Manfred Kilian, wurde wenigstens ein Punkt errungen (4:4). Die TSG spielte fast mit der gleichen Mannschaft wie gegen Kleinochsenfurt. Nur Siegfried Geisendörfer ersetzte Waldemar Helm als Sturmspitze. Ersatzspieler waren: Waldemar Helm, Willi Stolz und Günther Kirchner.

Anm.: Die Ersatzspieler mussten zuschauen und konnten nicht eingewechselt werden. Erst ab der Saison 1967-68 wurde ein Auswechselspieler zugelassen.

Im dritten Spiel gewann die TSG souverän mit 4:0 gegen den FC Gollhofen. Willi Stolz  vertrat Georg Dusel im Sturm. Siegfried Geisendörfer schoss zwei Tore, Manfred Kilian traf ebenso, wie Martin Mündlein, der einen Foulelfmeter sicher verwandelte. Beim Angstgegner TSV Gnodstadt zeigte die TSG eine couragierte Leistung und gewann 4:2. Hans Geisendörfer war wieder dabei und erzielte ein Tor, wie auch sein Bruder Siegfried, sowie Georg Dusel und Manfred Kilian. Gegen die DJK Riedenheim hatte die TSG wenig Mühe mit 3:0 zu gewinnen. Meisterspieler Paul Schönig feierte sein Comeback. Er schoss das 1:0. Manfred Kilian erzielte auch im 5.Spiel ein Tor. Kurz vor Schluss war Georg Dusel erfolgreich.

Dann kam das unvergessliche Spiel in Bütthard. Da ging es drunter und drüber. Beide Teams spielten voll auf Angriff. Eigentlich wäre das Spiel 3:3 ausgegangen, doch der Schiedsrichter aus Gelchsheim, ein älterer Herr der schwerhörig war, ließ 20 Minuten nachspielen, weil seine Uhr stehen blieb. Die Zuschauer schrieen stetig: Aus, Schlusspfiff, pfeif doch ab. Der Schiedsrichter  mit der Adlernase, reagierte nicht. Die Tore im stetigen Wechsel zum 3:3 schossen für die TSG zum 0:1 Manfred Kilian, zum 1:2 Siegfried Geisendörfer, zum 2:3 Georg Dusel. Das 3:3 fiel in der 90.Minute, In der 95.Minute erzielte Georg Dusel das 3:4, Der Ausgleich zum 4:4 fiel in der 106.Minute.  Das 4:5 in der 109. Minute erzielte wieder  Georg Dusel. Der „Schorsch“ sprang vor Freude in den angrenzenden Bach und kam als begossener Pudel mit Schlingpflanzen umgürtet, wieder heraus. Jeder erwartete nun den Abpfiff, doch der Schiri ließ das Spiel weiter laufen und die Büttharder erzielten in der 110. Minute das 5:5.  Sofort danach hörten wir den Schiri, „Gott ach Gott, mei Uhr iss stehe gebliebe“. Er pfiff dann sofort ab. Der arme Kerl musste sich danach viel Spott ertragen, unglaubliche Schimpfworte fielen. Nicht wie üblich ging er in die Sportgaststätte, sondern er setzte sich auf sein Moped und düste davon.

 

Im nächsten Mitteilungsblatt erfahren sie die Fortsetzung dieser erfolgreichen Saison und den Aufstieg in die B-Klasse.

 

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Sommerhäuser Zeitgeschehen

TSG Sommerhausen e.V.
Doppelter Abstieg - Stammspieler verließen das sinkende Schiff und kamen wieder reumütig zurück


Siegbert Fuchs erinnert sich
Juli 2020

 

Nach dem Abstieg von der A-Klasse als Letzter mit 12:34 Punkte folgte in der Saison 1960-61 ein weiteres Dilemma. In der B-Klasse Würzburg wurde die TSG auch in dieser Klasse Tabellenletzter mit nur 10:36 Punkten. Viele Stammspieler stellten sich nicht mehr zur Verfügung und so ging die TSG sang und klanglos unter. Auch in der C-Klasse (Saison 1962-63) spielte die TSG nur eine bescheidene Rolle.

Die TSG-Fußballabteilung drohte sich aufzulösen. Dank Fritz Kreuzer und Hans Dusel, wurde das endgültige Aus abgewendet.

Bei der Spielversammlung im Vereinslokal vor dem Spiel in Baldersheim waren nur noch die beiden Akteure anwesend und überlegten, wer am Sonntag noch zur Verfügung stand. Mit dem allerletzten Aufgebot spielte die TSG und errang ein mäßiges 0:0 in einem äußerst schwachen Spiel. Die Baldersheimer holten ihren ersten Punkt und feierten diesen Erfolg wie eine Meisterschaft. Es kam noch schlimmer, denn im nächsten Spiel, verlor die TSG zuhause mit 1:10 gegen den TSV Frickenhausen. Hans Geisendörfer schoss das Ehrentor. Auch das Spiel in Gnodstadt ging mit 4:6, trotz drei Tore von Georg Dusel, verloren. In der Krisensitzung vor dem Spiel in Ochsenfurt ging es heiß her. Georg Dusel sprach ein Machtwort „So kann es nicht weitergehen“. Und siehe da, beim haushohen Favoriten FC Ochsenfurt gewann die TSG sensationell 2:1. Der Dusel´s Schorsch schoss beide Tore. Wolfgang Korn im Tor hielt wie ein Weltmeister. Dieser Sieg wirkte motivierend und so kam die TSG am Schluss der Runde noch auf Platz 5 mit 28:16 Punkten und 53:48 Toren. Dank der Beharrlichkeit von Fritz Kreuzer und Hans Dusel stellten sich die ehemaligen Meisterspieler Siegfried und Hans Geisendörfer, Helmut Schönbuchner, Waldemar Helm und Georg Dusel, wieder zur Verfügung. Auch Friedrich Bergmann half gelegentlich aus. Aus der Jugend kam Hans-Gert Linzen und wurde sofort Stammspieler, wie auch Herbert Berberich. Rolf Urban schaffte später den Sprung in die 1. Mannschaft. So hatte die TSG wieder ein spielstarkes Team.

Wolfgang Korn, später langjähriger Schiedsrichter der TSG, wurde zum großen Rückhalt im Tor. Vorbildlich verhielt sich Günter Kirchner, der als einziger auswärtiger Spieler - er wohnte in Würzburg - auch in diesen schlechten Zeiten, der TSG immer die Treue hielt.

In der Saison 1963-64 war die TSG nahe am Wiederaufstieg, doch der FC Seinsheim war zu stark und wurde mit 41:3 Punkten Meister. Es reichte immerhin zu Platz 2 mit 96:28 Tore und 36:8 Punkte. Herausragend die Kantersiege gegen Tückelhausen (10:1) Tore: Siegfried Geisendörfer (4), Georg Dusel (3), Reinhold Siegmund (1) und Walter Furkel (1), das 8:0 gegen Bieberehren, Tore: Rolf Urban(2) Siegfried Geisendörfer(2), Georg Dusel(2), Reinhold Siegmund(1) und Hans-Gert Linzen (1). Auch das 6:1 in Martinsheim gehörte dazu, Tore: Werner Markert (2), Reinhold Siegmund(1), Siegfried Geisendörfer (1) und Rolf Urban (1). Drei unglückliche Niederlagen in Seinsheim 2:3, Tore: Siegfried Geisendörfer(1), Reinhold Siegmund(1) zuhause gegen Riedenheim, Tore: Reinhold Siegmund(1), Werner Markert(1) und 1:2 in Tückelhausen, Tor: Georg Dusel, waren letztlich ausschlaggebend, dass die TSG nicht Meister wurde. Sonst wurden alle Spiele gewonnen.

Damals gab es noch keine Relegationsspiele. Die TSG musste ein weiteres Jahr in der C-Klasse verharren. Dass es im Sommerhäuser Fußball stetig aufwärts ging, lag ganz besonders daran, dass sich die TSG mit jungen Spielern aus der Jugend verstärken konnte. Wilfried Dusel im Tor, Reinhold Siegmund und Werner Markert als Feldspieler, waren sofort Verstärkungen. In der folgenden Saison kam Manfred Kilian dazu.

 

Die großartige Jugendarbeit von Walter Seubert - damals gab es noch eine A-Jugend - trug endlich Früchte. Viele Spieler, die Walter Seubert betreute und trainierte, schafften den Sprung in die 1. Mannschaft. Diejenigen, die es nicht schafften, spielten in der neu gegründeten 2. Mannschaft. Auf einmal besaß die TSG ein großes Spieleraufgebot. In der Saison 1965-66 wurde die TSG souveräner Meister in der C-Klasse.

Davon im nächsten Mitteilungsblatt.

 

 

TSG-A-Jugend Saison 1962-63
Aufnahme vom alten Sportplatz an der Ochsenfurter Straße

Von links nach rechts:
Hans-Gert Linzen (Spielführer), Reinhold Siegmund, Dieter Roos, Reinhold Stegner, Rolf Urban, Wilfried Dusel, Leo Amend, Werner Hecht, Hermann Hecht, Martin Furkel, Siegbert Fuchs.

 

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Sommerhäuser Zeitgeschehen

TSG Sommerhausen e.V.
Zwei Jahre A-Klasse, dann ging es bergab
Die Jahre 1959 – 1962
Die Story über Pedro Cruz dem Spanier aus Madrid


Siegbert Fuchs erinnert sich
Juli 2020

 

Die Freude über den sensationellen Aufstieg in die A-Klasse im Jahre 1959 hielt nicht lange an. Wichtige Spieler die maßgeblich zur Meisterschaft beitrugen, wechselten den Verein oder beendeten ihre Laufbahn. Schwer wog der Verlust von Torjäger Otto Hemrich, der zum FC Winterhausen wechselte und von Hans Fuchs, dem Stabilisator der Abwehr. Hans Fuchs, das war verständlich, trat nicht nur aus Altersgründen zurück, sondern hauptsächlich weil er als Wirt des Gasthauses zum Anker, seine Betty unterstützen musste. Außenläufer Paul Schönig, noch jung an Jahren, beendete überraschend seine Laufbahn. Heini John, zog es beruflich in den Frankfurter Raum. Neuzugänge mussten verpflichtet werden. So kamen mit Torhüter Willy Grümpel (FV 04 Würzburg) und Heinz (Schlenko) Rahner, zwei überdurchschnittliche Akteure, die jedoch nicht unbedingt zuverlässig waren und die TSG in manchen Spielen in Stich ließen. Nach einem Jahr waren sie wieder fort. Aus dem Jugendbereich kamen Spieler wie Walter Furkel, Werner Benkert und Martin Mündlein, die sich gut in die Mannschaft integrierten und danach noch viele Jahre der TSG erhalten blieben. Nicht zu vergessen Willi Stolz und Michael (Luksch) Mündlein, die den Kader verstärkten.

Die TSG hielt in der starken A-Klasse gut mit und verzeichnete in der Vorrunde 12:14 Punkte. In der Rückrunde holte das Team nur noch acht Punkte. 20:32 Punkte reichten, um als Zwölfplatzierter die Klasse zu erhalten. Zwei bemerkenswerte Spiele sind in der Vorrunde festzuhalten. Das 2:1 beim FV Thüngersheim (Torschützen: Siegfried Geisendörfer und Michael Mündlein. In diesem Spiel hielt Torhüter Willy Grümpel großartig und brachte die Thüngersheimer mi vielen tollkühnen Paraden zur Verzweiflung. Auch beim 2:1 gegen TG Höchberg (Torschützen: Hans und Siegfried Geisendörfer), hielt Willy Grümpel wie ein Weltmeister. In der Rückrunde spielte der Würzburger nur noch selten. Schwere Alkoholprobleme warfen ihn zurück. Deshalb musste wieder Georg Dusel ins Tor. Doch da der „Schorsch“ dienstlich manchmal verhindert war, brauchte die TSG unbedingt einen Ersatztorwart. Edi Börner aus Eibelstadt, das werden wir Sommerhäuser nie vergessen, damals schon 41 Jahre alt, half aus. Den großartigen, uneigennützigen Kameraden Edi Börner verdankte die TSG den Klassenerhalt. In Giebelstadt beim sehr glücklichen 1:0 Sieg, Torschütze: Friedrich Bergmann, stand Edi wie ein Fels in der Brandung im Tor und hielt alles, was auf seinen Tor kam.

Die Main-Post schrieb darüber mit der Überschrift: Der 41jährige Edi Börner rettete den Sommerhäuser Sieg.

Dann folgte das wichtige 1:0 gegen die TSG Estenfeld (Tor: Willi Stolz). Wieder hielt der Eibelstädter Altmeister großartig. Diese vier wichtigen Punkte bedeuteten den ersehnten Klassenerhalt. In der Saison 1961-62 ging es leider bergab. Die TSG holte nur 12:34 Punkte und stieg sang und klanglos ab. Es kam noch extremer. Auch in der B-Klasse (Saison 1962-63) konnte sich die TSG nicht halten und wurde Tabellenletzter mit 10:36 Punkten. Warum kam es zu diesem Absturz? Es kam Missstimmung auf, viele Spieler hörten auf, ließen sich später wieder überreden, weiter zu spielen.

Von einem Spiel möchte ich noch berichten, welches in Höchberg im Spätherbst 1960 stattfand. Die TSG verlor 1:3 (Torschütze: Hans Geisendörfer). In diesem Spiel wirkte ein Spieler mit, der nachweislich, so stand es im spanischen Spielerpass, bei Real Madrid spielte. Sein Name: Pedro Cruz. Vor dem Spiel tummelten sich viele Autogrammjäger um den Fußballstar. Hauptsächlich waren es Höchberger Zuschauer, die unbedingt ein Autogramm von Pedro Cruz wollten. Pedro Cruz, war sichtlich überrascht. Er war höflich und setzte seine Unterschrift auf Bierdeckel und Zetteln. Das Spiel begann. Der erste Ballkontakt von Petro Cruz, war ernüchternd. Pedro Cruz fiel zu Boden, ohne gefoult zu werden. Die nächsten Ballkontakte waren ebenfalls erschütternd. Der Spanier hatte Orientierungsprobleme und konnte die ihm zugespielten Bälle nicht kontrollieren. Er stand wie eine Mumie hilflos im Mittelkreis. Sein Aktionskreis war nicht mehr als der einer Weinbergschnecke. Einer der TSG-Spieler hatte den Mut zu sagen, stellt den Spanier auf Linksaußen, da kann er nichts falsch machen. Und so stand Pedro wie eine griechische Säule stoisch am linken Flügel. Er fror, er zitterte und stöhnte „Muy frio“ (mir ist kalt). Da damals nicht ausgewechselt werden durfte, musste der leidgeprüfte Spanier bis zum Spiel ausharren. Wer Cervantes Literaturstück „Don Quijote“, der Ritter von der traurigen Gestalt kennt, der weiß, wie dieser den Spott von vielen Menschen ertragen musste. So erging es Don Pedro, der einem Häufchen Elend glich. Etwa 150 Zuschauer, davon etwa 40 Zuschauer aus Sommerhausen, wohnten dem Spiel bei. Die hatten letztlich Mitleid mit dem Spanier, der wahrscheinlich mal gut Fußball spielen konnte, aber auf Grund seines Gesundheitszustandes und des nasskalten Klimas, total überfordert war. Pedro Cruz verschwand sofort nach Spielschluss. Das blau-weiße Sommerhäuser Trikot nahm er als Souvenir mit. Man sah Don Pedro nie wieder. Der Spielerpass wurde zum Bayerischen Fußballverband nach München gesendet. Ob er dort archiviert wurde? Wer verpflichtete Pedro Cruz? Diese Frage konnte keiner beantworten. Auf jeden Fall musste die TSG viel Spott ertragen.

Doch nach so vielen Jahren dürfen wir Sommerhäuser mit viel Stolz registrieren, dass ein Spieler von Real Madrid, wenn auch nur für ein Spiel, das Dress der TSG trug. Das schaffte bisher noch kein Verein in Franken. Auf Bayernebene verpflichtete der FC Bayern München von Real Madrid den Star Alfonso. Fest steht, dass die TSG Sommerhausen für alle Zeiten wohl der einzige Verein in Franken sein wird, der einen Spieler von Real Madrid verpflichtet hat.
Die TSG, dass in späteren Berichten, hatte dann das Glück einen Spanier aus Barcelona zu verpflichten, der uns viel Freude bereitete: Er hieß Ruben Sanchez. Ein großartiger Typ, ein Draufgänger, ein toller Fußballer, der nicht nur spektakuläre Tore schoss, sondern sich voll und ganz für die TSG einsetzte.

Im nächsten Teil erfahren sie, wie schlecht es um die Fußballabteilung stand. Dass diese nicht aufgelöst wurde, war der Verdienst von zwei Spielern. Beide leben noch. Ihr großartiger Einsatz für die TSG gilt es unbedingt zu würdigen.

 

 

Die 1.Mannschaft der TSG Sommerhausen - Saison 1960-61 - A- Klasse Würzburg

Stehend von links nach rechts:
Helmut Schönbuchner, Willi Stolz, Fritz Kreuzer, Georg Dusel, Hans Dusel, Heinz Rahner, Hans Geisendörfer, Martin Mündlein.
Sitzend von links nach rechts:
Walter Furkel, Sepp Grümpel, Werner Benkert.

Auf dem Foto fehlen: Siegfried Geisendörfer, Friedrich Bergmann, Waldemar Helm, Günther Kirchner, Michael Mündlein

 

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Sommerhäuser Zeitgeschehen

TSG Sommerhausen e.V.
TSG wurde 1958-59 sensationell B-Klassen Meister

Siegbert Fuchs erinnert sich
Juni 2020

 

Nur die ältesten von uns erinnern sich an das Wunder von Bern als Deutschland 1954 sensationell in der Schweiz Weltmeister wurde. In der B-Klasse Würzburg gab es in der Saison 1958-59 auch ein kleines Wunder, nämlich die überraschende Meisterschaft der TSG Sommerhausen. Die TSG wurde von der Kitzinger in die Würzburger B-Klasse umgesetzt, was nicht gerade mit Freude aufgenommen wurde. Mit dem sehr dünnen Spielerkader, 12 Spieler standen zur Verfügung, gab es deshalb nur ein Ziel, nicht abzusteigen. Die übermächtigen Würzburger Vereine, wie DJK und SV 09, dazu weitere Teams aus der Umgebung von Würzburg, waren wesentlich besser aufgestellt. Nach Abschluss der Vorrunde führte die DJK Würzburg, ohne Niederlage, klar die Tabelle an. Die TSG bezog beim Spitzenreiter ein 0:5 Niederlage, die noch glimpflich ausging. Auswärts gab es für die TSG in der Vorrunde nur Niederlagen. Doch zuhause auf den holprigen, kleinen, abschüssigen Platz an der Ochsenfurter Straße waren die Sommerhäuser eine Macht. Siehe da, die TSG hatte in der Vorrunde 14:12 Punkte auf der Habenseite und lag im gesicherten Mittelfeld. Der Klassenerhalt war das Ziel und das sah schon gut aus.
 
Im ersten Spiel in der Rückrunde musste die Mannschaft nach Reichenberg. Eine Niederlage war voraussehbar, doch das Team um Mannschaftskapitän Hans Fuchs, erkämpfte sich dank Georg Dusel, ein 2:2. Georg Dusel stand im Tor, war sauer, dass er zwei haltbare Tore kassierte und zog in der Pause seinen Torwartpullover aus und übergab diesen Hans Dusel, der ins Tor musste. Georg Dusel wechselte in den Sturm und schoss zwei Tore. Eine Viertelstunde vor Spielschluss verließ Georg Dusel ohne Ankündigung das Spielfeld, weil er zum Dienst musste. Der Schorsch war schließlich Lokführer bei der Bahn. Mit 10 Mann, es gab damals keine Auswechselspieler, verteidigte die TSG mit Mann und Maus das 2:2. Dieses denkwürdige Spiel wirkte stimulierend. Von da an gewann die TSG alle Spiele und wurde, unglaublich aber wahr, mit 39:13 Punkten, sensationell Meister, mit einem Punkt Vorsprung vor der DJK Würzburg. Die Würzburger standen noch bis zum vorletzten Spieltag an der Spitze und hatten am 20.Spieltag schon 9 Punkte Vorsprung.
 
Als 10 jähriger Junge war ich bei fast allen Spielen, auch auswärts dabei und kann mich noch gut, an so manche Spiele erinnern. So an das glückliche 1:0 gegen die DJK Würzburg, als die TSG nach dem Führungstor von Otto Hemrich hinten dicht machte und wenn nötig, die Bälle auf die umliegenden Äcker drosch. Die technisch versierten DJK´ler verzweifelten an den rustikalen Stil der Sommerhäuser. Genau so erging es den meisten Mannschaften. Die Gegner hatten auf einmal einen großen Respekt. Das größte Problem hatten sie mit der von Hans Fuchs genial aufgestellten Abseitsfalle. Dutzendmal liefen die Stürmer des Gegners immer wieder ins Abseits. Keine Mannschaft beherrschte die Abseitsfalle so gut wie die Sommerhäuser. Die Abwehr mit Georg Dusel im Tor, den Verteidigern Hans Dusel und Fritz Kreuzer und den schlauen Hans Fuchs als Ausputzer, standen wie ein Fels in der Brandung. Unterstützt wurden sie von den defensiven Außenläufer Paul Schönig und Waldemar Helm, der zu härtesten Spielern der Klasse zählten. Wer gegen Waldemar Helm spielen musste, ging mit blauen Flecken vom Feld. Die beiden Halbstürmer Hans und Siegfried Geisendörfer, waren die Techniker im TSG-Team. Dazu gehörte auch Schönwetterspieler Heini John, der nur bei trockenen und warmen Wetter spielte. Diese drei fütterten den schnellen Otto Hemrich mit Steilvorlagen. Mit Außenstürmer Friedrich Bergmann, der auch Verteidiger spielen konnte, vervollständigte sich das kämpferisch starke Team. Dazu gehörte unbedingt auch noch Helmut Schönbuchner, der aber auf Grund seines Dienstes bei der Polizei, nicht immer spielen konnte. Diese 12 Spieler leisteten Unglaubliches.
 
Gewann die TSG in der Vorrunde nur zuhause ihre Spiele, so feierten sie in der Rückrunde auch in der Fremde Siege am laufenden Band. Die Siegesserie begann mit dem spärlichen 1:0 in Zell am Main. Da verteidigte die TSG nach der schnellen Führung durch Siegfried Geisendörfer, den Vorsprung bis zur letzten Minute mit rustikalen Mitteln. Ausputzer Hans Fuchs ein Meister des Stellungsspiels, schlug zum Entsetzen der Platzherren, wohl dutzendmal den Ball in dem nahen Main. Der Ball war mehr im Main als auf dem Spielfeld, denn einen Ersatzball hatten die armen Zeller nicht. Die Schiedsrichter damals pfiffen immer nach 90 Minuten ab. Manchmal schon eher, weil ihre Uhren oft nicht genau gingen. Spielunterbrechungen gehörten zum Spiel und wurden nie nachgespielt. Heute würde man sagen, die TSG spielte sehr effizient. Der Ball wurde meist mit weiten Schlägen nach vorne gedroschen. Doch die Sommerhäuser zeigten gelegentlich auch ihre technischen Fähigkeiten. So bei den souveränen Auswärtssiegen in Margetshöchheim (6:1) und in Rotttendorf (5:0) Otto Hemrich war nie zu halten und schoss in beiden Spielen jeweils drei Tore. Unvergessen in Rottendorf, als ein abgerichteter Krack (Star) auf dem Rottendorfer Tor saß, der immer wieder „Otto“ krächzte und so den Rottendorfer Torwart irritierte und zur Verzweiflung brachte. Der Krack war wohl ein Fan von Otto Hemrich.
 
Bis zum vorletzten Spieltag stand die DJK Würzburg an der Spitze, dann verlor das Team um Helmut Balling in Reichenberg. Die TSG gewann in Waldbrunn 4:3 und stand auf einmal auf dem 1.Platz. Das Spiel beim SV Waldbrunn war unvergessen. Die furchtbar giftigen Platzherren, wollten unbedingt die Sommerhäuser zerlegen und waren nach dem 3:2 in der 80.Minute auf der Siegesstraße. Dann wurde Otto Hemrich brutal gefoult. Den Freistoß aus 25 Meter donnerte Waldemar Helm an den oberen Innenpfosten, von da sprang der Ball ins Netz. Die Waldbrunner wurden noch giftiger. Angestachelt von ihren fanatischen Zuschauern, die uns Sommerhäuser als „Meebrunser“ betitelten. Doch die TSG hielt dagegen und fast mit dem Schlusspfiff, wir erinnern uns an die WM in Mexico als Uwe Seeler mit dem Hinterkopf das 2:2 gegen England köpfte. Das gleiche geschah 11 Jahre vorher im Hexenkessel von Waldbrunn. Weiter Einwurf von Waldemar Helm und der kleine, drahtige Paul Schönig sprang hoch und köpfte per Hinterkopf sein einziges Kopfballtor in seiner Karriere. Es war das entscheidende 4:3 beim SV Waldbrunn. Die Waldbrunner verstanden die Welt nicht mehr und zogen fluchend vom Platz.
 
Ich war ich im Bus dabei, als die TSG-Spieler und ihre Anhänger bis nach Sommerhausen unentwegt Lieder sangen, wie „Es zogen 11 Spieler über den Main“ oder das Lied vom Polenmädchen, das nach dem ersten Kuss gestorben ist und weitere Fußballerlieder. Es war damals üblich, dass gesungen wurde, ob gewonnen oder verloren wurde. In der Vereinswirtschaft zum Schwan wurde weiter gefeiert. Die Meisterschaft lag nun so greifbar nah. Sie wurde im letzten Spiel gegen den SV 09 Würzburg nach einer starken Mannschaftsleistung, errungen. Durch Tore von Siegfried und Hans Geisendörfer und Otto Hemrich gewann die TSG mit 3:1. Schon vor dem Spiel fotografierte ein Reporter der Main-Post die Mannschaft. Deshalb sahen die Spieler noch sehr angespannt auf dem Foto aus, was sich nach dem Spiel änderte. Die Freude war riesengroß. Die Meisterschaft von 1959 war ein Wunder, doch auch ein Beweis dafür, was möglich sein kann, wenn der Zusammenhalt und die Kameradschaft funktioniert. Elf Freunde müsst ihr sein, so hieß damals das Schlagwort. Der Ball ist rund, der Spruch stammt vom legendären Bundestrainer Sepp Herberger.
 
Die TSG stieg in die A-Klasse Würzburg auf, schaffte den Klassenerhalt im ersten Jahr. Im zweiten Jahr ging es wieder runter in die B-Klasse und ein Jahr später der Sturz in die C-Klasse. Da gilt es über ein besonders Ereignis zu berichten. Die TSG verpflichtete einen Spieler von Real Madrid, mit dem Namen Petro Cruz. Der spielte nur ein Spiel, das war in Höchberg. Eine unglaubliche Geschichte. Davon im nächsten Mitteilungsblatt.
 
 
 
 

Die TSG Sommerhausen Meister in der B-Klasse Würzburg 1958-59

Stehend von links:
Waldemar Helm, Heini John, Siegfried Geisendörfer, Hans Geisendörfer, Otto Hemrich, Hans Dusel, Paul Schönig

Sitzend von links nach rechts:
Helmut Schönbuchner, Friedrich Bergmann, Georg Dusel, Fritz Kreuzer, Hans Fuchs (Spielführer)

 
 
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Nachrufe

Hans Konrad geb. 9.5.1943 gest. 14.4.2020
Werner Genauer geb. 16.6.1936 gest. 19.4.2020
Wolfgang Pompe geb. 28.4.1959 gest. 1.5.2020

 

Aufgrund der Corona-Pandemie konnten die Sommerhäuser Vereine mit ihren Fahnenabordnungen bei den Trauerfeiern der verstorbenen Mitglieder nicht teilnehmen. Das gab es außer in Kriegszeiten noch nie. Wir die Verantwortlichen der Vereine und ihre Mitglieder möchten zumindest im Nachruf an diese Menschen denken, die nicht mehr unter sind. Unser Mitgefühl und Anteilnahme gilt den nahe stehenden Angehörigen, welche den schlimmen Krankheitsverlauf ihres Ehepartners oder Sohnes viele Wochen, Monate oder Jahre, mit viel Geduld ertrugen und durch ihre Hingabe, Fürsorge und Liebe, das Leben der schwer Erkrankten erträglicher gestalten konnten. Der tiefe Schmerz bleibt noch eine Zeit lang. Es ist wie ein tiefes Loch, eine tiefe Wunde, die immer wieder aufreißen wird. Leere, die niemals zu füllen sein wird. Trauer, die niemand stillen kann. Fragen, die niemals beantwortet werden. Doch etwas bleibt, das ist mehr als ein Trost, es sind die wunderbaren, unvergesslichen Erinnerungen an einem geliebten Menschen.

Die drei Verstorbenen waren in einigen Vereinen aktiv und passiv dabei.

Hans Konrad ist erst seit dem Jahre 2016 Mitglied im Bürgerverein. Was ihm bei uns gefiel, dass wir ein Herz für die Senioren haben, weil wir bürgernahe kleine Veranstaltungen haben. Und so war Hans und seine Frau Ludwina, bei fast allen Veranstaltungen und Ausflügen des Bürgervereins immer sehr gerne dabei. Wir werden ihn sehr vermissen. In früheren Jahren spielte Hans Konrad Fußball in der II. Mannschaft der TSG und blieb der TSG, obwohl er nach Giebelstadt zog, als Tischtennisspieler erhalten.

Werner Genauer haben wir schon lange nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Seine schwere Krankheit hinderte ihn daran. Gerade die alten Sommerhäuser wissen, dass Werner Genauer von 1978 bis 2002 im Gemeinderat war. Er war ein echter SPD´ler. Sein großes Vorbild war Helmut Schmidt. Werner war ein sozial denkender Mensch. Er setzte sich viel für andere ein und war bei der Fa. Hoffmann viele Jahre Betriebsrat. Bei der TSG war er von 1966 – 1972 Abteilungsleiter in der Fußballabteilung. DIE TSG war in diesen Jahren immer konstant im vorderen Mittelfeld der damaligen B-Klasse. Mit mir, so Werner Genauer, ist die TSG nie abgestiegen. Nach seinem Abschied als Abteilungsleiter stieg die TSG ab. Werner Genauer trat 1959 in die TSG ein. 2009 wurde er zum 50.Jubiläum mit der goldenen Vereinsnadel geehrt. Beim Bürgerverein war er passives Mitglied. 1969 trat er ein. Bekam 1994 als 25jähriges Mitglied die silberne Ehrennadel und im letzten Jahr für sein 50. Vereinsjubiläum die goldene Ehrennadel.

Wolfgang Pompe trat 1984 in den Bürgerverein ein. 2009 wurde er für seine 25jährige Mitgliedschaft mit der silbernen Vereinsnadel ausgezeichnet. Den Wolfgang kannten wir alle als sehr ruhigen und bescheidenen Menschen. Wir wussten alle nicht, dass er schwer krank war. Seine Heimat war die Gräfliche Schützengesellschaft. In diesem Verein fühlte er sich sehr wohl. Die Gräfliche Schützengesellschaft würdigte in ihrem Nachruf (siehe letzte Ausgabe Mitteilungsblatt) seine großen Verdienste.

Drei Menschen gingen von uns still und leise in dieser für uns so ungewöhnlichen Zeit. Wir sagen ihnen herzlich danke, dass sie in unserer Mitte weilten und dass jeder in seiner Art, uns Aufmerksamkeit und Freude schenkte.


Siegbert Fuchs, 1.Vorsitzender Bürgerverein

 

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Sommerhäuser Zeitgeschehen

TSG Sommerhausen e.V.
Vor 25 Jahren wurde die TSG souverän B-Klassenmeister

Siegbert Fuchs erinnert sich
Mai 2020

 

„Wir sind stark wie noch nie“, so textete und komponierte Gerhard Dusel, damals Betreuer der 1. Mannschaft, das TSG-Meisterlied. Das Lied scheint vergessen zu sein, doch es erinnerte an die wohl beste Fußballmannschaft, die es je in Sommerhausen gab. Sie wurde vom Eibelstädter Rüdiger Kalla geformt und von Jürgen Lindner erfolgreich weitergeführt. Zu diesem Erfolgsteam gehörte auch Abteilungsleiter Klaus Papke und Gerhard Dusel. Ich war nur der Berichterstatter, der über alle Spiele ausführlich berichtete und auch mit meiner alten Spiegelreflexkamera in fast jedem Spiel Bilder schoss. Damals löste ich Erhard Geiger ab, der andere sehr wichtige Arbeiten im Verein ehrenamtlich übernahm.

10 Jahre dauerte diese Erfolgsstory der TSG, dann ging es wie schon Jahre zuvor, bergab bis in die Niederungen der damaligen C-Klasse. Keine Mannschaft im Landkreis Würzburg stieg so oft auf und ab wie die TSG. Doch diese 10 Jahre, davon ein Jahr in der C-Klasse, zwei Jahre in der B-Klasse (heute Kreisklasse) und 7 Jahre in der A-Klasse (heute Kreisliga) waren die Ausnahme. Unser ewiger Kontrahent - der FC Hopferstadt - war ebenfalls so erfolgreich, sogar etwas besser. Die Mannschaft um Georg Zehnter schaffte sogar den Sprung in die Bezirksliga. Auch die TSG Sommerhausen stand kurz davor. Nur einen Punkt hinter dem FC Kirchheim wurde die TSG als Neuling in der A-Klasse in der Saison 1996-97 unter Trainer Joachim Deckert, der Jürgen Lindner ablöste, Dritter. In Sommerhausen war man mit dem erreichten 3. Platz sehr zufrieden. Die Bezirksliga wäre wohl eine Nummer zu groß gewesen, das musste auch der FC Hopferstadt erfahren, der sich nicht lange in dieser Klasse halten konnte.

Was war nun der absolute Höhepunkt der TSG? Das war zweifellos die souveräne Meisterschaft in der B-Klasse Würzburg-Kitzingen, welche am 21.05.1995 in Bibergau, durch einen 5:1 Sieg unter Dach und Fach gestellt wurde. Es folgte noch das grandiose 10:1 im letzten Spiel gegen den TSV Albertshofen. Joe Günther schoss das 100 Tor zum 8:1 und erzielte in dieser Saison sagenhafte 50 Tore. Joe Günther erzielte in seiner Zeit bei der TSG über 300 Tore.

Insgesamt schoss die TSG in der Saison 1994-95 103 Tore und ließ nur 28 Gegentreffer zu. 47:9 Punkte standen am Ende auf der Habenseite der TSG. Unvergessen - bei herrlichem Sommerwetter - war die Siegesfeier auf dem Sportplatz a.d.Tränk, als der damalige, langjährige 1. Vorstand Heinz Schenk alle Spieler einzeln vorstellte, jeden einen Bierkrug überreichte und voll des Lobes für das herausragende Team war. Diese denkwürdige Siegesfeier, sowie noch viele weitere Spiele, wie auch in der A-Klasse, habe ich in vielen Videofilmen festgehalten. Den Meisterfilm zeigte ich letztmals zum 10jährigen Meisterjubiläum im Sportheim. Eigentlich sollte in diesem Jahr das 25jährige Jubiläum an gleicher Stelle stattfinden, doch Corona machte einen Strich durch die Rechnung.

Blicken wir zurück, wie dieses tolle Team entstand. Mit Spielertrainer Rüdiger Kalla, kamen vom FC Eibelstadt, Marcus Schneegold, Jürgen Lindner und Joe Günther, schon in der C-Klasse vier ganz wichtige Spieler zur TSG. Dazu noch vom damaligen Landesligisten SG Randersacker, Abwehrrecke Klaus Mündlein, der bei den Würzburger Kickers seine Laufbahn begann. Diese fünf Neuzugänge vervollständigten den Kader der verbliebenen Sommerhäuser wie Keeper Hans-Martin Schwarz, Thomas Balk, Andreas Büttner, Wilfried Wagner, Christian Vollrath. Im Meisterjahr verstärkte sich die TSG mit Martin Geißler (FC Eibelstadt) Harald Sinn (TSV Aub) Andreas Erbel (FC Ochsenfurt), Bernd und Klaus Diroll (TSV Gnodstadt) um weitere fünf starke Spieler.

Die TSG galt als klarer Meisterschaftsfavorit; war ab dem 2. Spieltag Erster und gab diesen Platz bis zum Ende der Saison nicht mehr her. Im ersten Jahr nach dem Aufstieg von der C-Klasse in die B-Klasse wurde man hinter dem FC Hopferstadt und Bayern Kitzingen als Neuling immerhin Dritter und scheiterte knapp an der Relegation zur A-Klasse. Ein Punkt fehlte zum 2. Platz. Da denken wir an das denkwürdige 2:2 gegen Bayern Kitzingen zurück. Bis zur 90. Minute führte die TSG 2:1, Christian Vollrath schoss in der 75. Minute das umjubelnde 2:1. Doch ein gewisser Klaus Fritz, ein legendärer Spieler der Kitzinger Bayern, köpfte nach einem Eckball von der rechten Seite, das 2:2 in der Schlussminute. Bayern Kitzingen wurde Zweiter, stieg mit einem Sieg im Relegationsspiel auf und marschierte bis zur Landesliga durch.

Doch in der Saison 1994-95 gab es für die TSG kein Halten mehr. Nur die TSV Goßmannsdorf mit ihren überragenden Amrhen-Brüdern, Wolfgang und Udo, hielten einigermaßen mit und schafften als Zweiter durch das 1:0 im Relegationsspiel gegen Stadtschwarzach auch den Aufstieg. Der einzige echte Wermutstropfen passierte ausrechnet im Spiel gegen den Lokalrivalen FC Winterhausen, als die TSG zuhause 0:2 verlor. Ein Punkt hätte zur Meisterschaft schon gereicht. Die Sommerhäuser Musikkapelle stand schon parat, doch ein gewisser Wolfgang König zerstörte mit seinen beiden Toren die Meisterschaftsfeier, welche dann in Bibergau nachgeholt wurde. Diese Kümmeltürken waren die Spielverderber und freuten sich diebisch über diesen Sieg. Damals war noch nicht absehbar, dass die TSG mit den Winterhäusern mal eine Spielgemeinschaft bilden würde.

Nun blicken wir noch mal auf das für die Meisterschaft entscheidende Spiel in Bibergau zurück. Völlig entspannt trat die TSG an und ließ von Anfang erkennen, dass sie keine Angst vor Bibergau hatten. Das 5:1 entsprach dem Spielverlauf. Von Anfang an dominierte die TSG. Dem 0:1 von Andreas Büttner aus kurzer Distanz in der 30. Minute folgte das 0:2 von Kurt Schwarz, der mit einem tollen Sturmlauf und den platzierten Schuss ins linke untere Eck, die Fans jubeln ließ. Nach Vorarbeit von Joe Günther, erzielte der Edeltechniker Christian Vollrath das 0:3 in der 42. Minute. Das war schon die Vorentscheidung. Das Tor zum 0:4, das außergewöhnliche Freistoßtor von Jürgen Lindner an die Unterkante der Latte in der 55. Minute, demoralisierte die Bibergauer. Sie kamen zumindest in der 82.Minute nach einem wiederholten Foulelfmeter zum Ehrentor. Den Schlusspunkt zum 1:5 stellte der überragende Kurt Schwarz in der 88. Minute durch sein famoses Billardtor. Als der Schlusspfiff ertönte, war der Jubel grenzenlos. Fackeln wurden von den Fans angezündet, die TSG-Spieler tanzten im Reigen. Abteilungsleiter Klaus Papke hielt ein Interview mit dem Main-Post Vertreter. Für das Video interviewte ich einige TSG-Spieler. Ich schmuggelte mich in die Umkleidekabine und filmte die Gesänge der freudetrunkenen Spieler, die x-mal das Lied: „Wir sind stark wie noch nie“ sangen. Mit Autocorso fuhren wir nach Sommerhausen zurück. Dort warteten schon die Sommerhäuser Musikanten. Sektflaschen wurden geöffnet, dann zogen die Meisterspieler und einige Fans singend durch Sommerhausen bis zum Gasthaus zum Schwan, dem ehemaligen Vereinslokal. Dort feierten die TSG-Spieler bis in die Morgenstunden hinein, überschwänglich die Meisterschaft.

Im nächsten Mitteilungsblatt erfahren Sie eine weitere Fußballstory, welche schon 61 Jahre zurückliegt.

 

Die Meistermannschaft von 1994-1995:
Stehend von links nach rechts: Kurt Schwarz, Harald Sinn, Christian Vollrath, Martin Geißler, Andreas Büttner, Jürgen Knorr (Ersatzspieler), Wilfried Wagner, Spielertrainer Jürgen Lindner.
Sitzend von links nach rechts: Jochen (Joe) Günther, Markus Schneegold, Hans-Martin Schwarz, Rainer Mündlein (Ersatztorwart), Klaus Mündlein, Thomas Balk.
Das kleine Mädchen: Franziska Lindner, Tochter von Jürgen Lindner
Auf dem Foto fehlen: Rüdiger Kalla, Bernd und Klaus Diroll und Andreas Erbel.

 

Siegeszug durch Sommerhausen

Siegeszug durch Sommerhausen

 

 

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Ehrenämter sind so wichtiger denn je

Siegbert Fuchs
Mai 2020

 

Wir haben jetzt viel Zeit uns zu erinnern. Wir vom Bürgerverein haben so viel gesammelt, was in Sommerhausen in den letzten 50 Jahren geschehen ist. Das sind zurzeit 132 Ordner mit vielen schriftlichen Aufzeichnungen, Fotos und über 600 selbst verfasste Biografien, Geschichten und Gedichte über Bürgerinnen- und Bürger und weitere Geschehnisse, welche ich als Schriftführer seit 1996, geschrieben, angelegt und archiviert habe. Das bitte alles ehrenamtlich. Ansprüche habe ich noch nie gestellt.

Doch ohne die Hilfe vieler, die uns das Material zur Verfügung stellten, wäre das nicht möglich gewesen. Da gilt der besondere Dank an Michael Bergmann, Helmut Schönbuchner, Karl Liebing und Karl Zesewitz. Daraus etwas zu gestalten, war meine Aufgabe.

In unserer schnelllebigen Zeit ging vieles unter, was Menschen im Stillen bewegt haben. Es sind so viele Mosaiksteine, die viele nicht sehen. Alles schien so selbstverständlich. Mal gab es ein kleines Lob, na der kann das halt. Doch es fielen auch Worte, der will sich wichtig machen, der will immer vorne stehen, der will damit angeben. Diese Unterstellungen tun weh. Jeder der ein Ehrenamt bekleidet, hörte diese weniger schönen Worte schon. Meistens hinten herum.

Ohne Ehrenämter würden wir in Deutschland ganz alt aussehen, auch in Sommerhausen. Wir sind in unserem Marktflecken mit Ehrenämtern sehr gut aufgestellt, sonst hätten wir in der Vergangenheit nicht so viele Veranstaltungen gestemmt. Da gehören die Mitglieder des Gemeinderats als oberster politischer Verbund an erster Stelle, welche für unseren Ort Verantwortung tragen.

Bemerkenswert fair ging die Wahl über die Bühne. Es war ein wunderbares Bild, wie Wilfried Saak und Stefan Diroll, unsere beiden Bürgermeisterkandidaten bei unseren Bürgernachmittag am 8.3. harmonisch zusammen saßen. Das war früher anders, als im Vorfeld der Wahlen nicht gerade angenehme Worte fielen.

Warum das so anders wurde, ist ein Verdienst der Leute die jetzt im Gemeinderat sind. Gemeinsam haben sie Großartiges geschafft. Kirche und Rathaus wurden saniert, das Miltenberger Haus erworben, eine tolle Großveranstaltung wurde organsiert und vieles , vieles mehr. Die Vereine halfen alle bei dieser Veranstaltung großartig mit. Das zeigt, wie gesund unser Innenleben in Sommerhausen ist. Es wäre alles noch schöner, wenn der verflixte Neid nicht immer wieder mal von außen durchdringt. Der kommt dann zum Tragen, wenn einige der Verantwortlichen in die Offensive gehen und vorne wegmarschieren. Wieder kommt die Kritik, der will sich wichtig tun. Wenn es dem Gemeinsinn dient, brauchen wir doch diese Anführer und dominante Figuren.

Der vorne steht, ist unser Bürgermeister. Und da sollten wir unseren Fritz Steinmann, der nach drei Amtsperioden sich politisch zurückgezogen hat, ein großes Lob zollen. Wie er sich mit viel Herzblut engagiert hat, wie er Tag und Nacht für die Gemeinde arbeitete, das verdient hohes Lob. Fritz, ein einfach gestrickter Mensch, nicht ohne Fehl und Tadel, löste seine Aufgaben nicht spektakulär, sondern mit schlichtem Gedankengut, gepaart mit seinen erworbenen langjährigen Wissen und Erfahrungsschatz. Solche Menschen wie unser Fritz, wurden und werden oft unterschätzt. Intellektuelle Menschen konnten da manchmal nicht folgen, weil ihnen die Basis fehlt, sich in dörfliche Empfindungen zu versetzen. Wir Sommerhäuser waren den Fritz nie böse, wenn er sich gelegentlich mal versprach. Seine legendären Versprechungen gehen in unsere Dorfgeschichte ein. Fritz hat viel Humor und einen Schuss Bauernschläue, so war sein Vater Karl auch. Er konnte sich durchsetzen in einer einmaligen Art. Ich handele immer zum Wohle von Sommerhausen, das waren die Wort von Fritz Steinmann. Dem stimmen wir zu. Dass ihn auch gelegentlich Fehler passierten. Mein Gott, die gehören dazu, sonst hätten wir ja nichts auszusetzen. Was für ihn ganz wichtig war, einen intakten Gemeinderat hinter sich zu haben. Gewiss gab es immer wieder mal Auseinandersetzungen, die jedoch immer auf sachlicher Ebene ausgetragen wurden, wenn es auch so mancher Sitzungsbesucher anders sah. Produktives Streiten gehört unbedingt dazu.

Mit Beate Betschler, Pauline Steinmann, Stefan Oehler und Reinhold Schwarz haben wir neue Kräfte, die dem Gemeinderat gut tun. Der erfahrene Karl Wenninger ist wieder an der Front, desweiteren wieder Stefan Diroll, Birgit Gunreben, Elisabeth Balk, Stefan Furkel, Thomas Bidner, Wilfried Wagner, Markus Schwarz. Eine gute Mischung, zwischen jung und alt. Die knapp auf der Strecke geblieben sind, sollten nicht traurig sein. Sie haben alles gegeben. Alle weiteren die auf dem Wahlschein standen, haben angedeutet, dass Gemeindepolitik für sie sehr wichtig ist. Auch ein Listenkandidat, der an letzter Stelle sich aufstellen ließ, verdient unsere Anerkennung. Noch nie gab es so viele Kandidaten auf den drei Listen. Nicht vergessen sollten wir Günter Hassold, der sich nicht mehr aufstellen ließ und viel für die Gemeinde in den drei Legislaturperioden leistete. Er wird, wie Bernd Geisendörfer und Helmut Schwarz, die nur kurz im Gemeinderat waren und leider nicht wiedergewählt wurden, in den verschiedenen Ehrenämtern der Sommerhäuser Vereinen weiterhin tätig sein.

Wilfried Saak wurde unser neuer Bürgermeister. Zum ersten Mal in der Geschichte von Sommerhausen, ein Nicht-Sommerhäuser. Doch wer den Willi näher kennt, weiß, dass er ein kompetenter Nachfolger für Fritz Steinmann ist. Er kann Menschen führen, er ist intelligent, sympathisch und tolerant. Stefan Diroll, der es nicht als Bürgermeister schaffte, wird nach der ersten Enttäuschung wieder nach vorne schauen und sich, so kennen wir den fleißigen Stefan, wieder voll für die Gemeinde und ihre Menschen engagieren.

Die Ehrenämter bleiben auch in der Corona-Pandemie ein ganz wichtiges Fundament für unser Sommerhausen, wenn auch in diesem Jahr wahrscheinlich alle Veranstaltungen ausfallen werden. Das soll uns alle noch mehr zusammenschweißen und wir sollten den bedrohten Vereinen helfen, selbstverständlich auch unsere heimischen Betriebe und die kirchliche Gemeinde. Nicht zu vergessen einsame Mitmenschen, die unserer Hilfe bedürfen.

 

Bleiben Sie alle gesund.

Euer Siegbert Fuchs

 

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WORTE ZUR JETZIGEN ZEIT – MEINE GEDANKEN –

von Siegbert Fuchs, 1.Vorsitzender Bürgerverein und Nachtwächter von Sommerhausen
April 2020

 

In dieser von der Corona-Pandemie verunsicherten Zeit sind so viele andere Themenbereiche tabu. Wir hören und sehen Tag für Tag nur Schreckensberichte. Da kauern nun viele Menschen daran, sind geschockt und verunsichert. Die Existenz von ganz vielen Menschen ist auf einmal stark bedroht. Warten wir ab, es bleibt uns nichts anderes übrig, wann diese Pandemie überwunden werden wird.

Die Veranstaltungen der heimischen Vereine wurden bis auf weiteres abgesagt.

Wenn wir jetzt durch Sommerhausen gehen, so stellen wir fest, wie unser sonst so lebendiges Dorf auf einmal unheimlich still ist, in den Abendstunden sogar gespenstisch. Jedes Jahr um diese Zeit kamen schon die ersten Touristen und genossen in den Wirtshäusern den Sommerhäuser Wein, besuchten das Torturmtheater oder andere Veranstaltungen. Auch Einheimische sehen wir kaum. Draußen in der Natur begegnen wir gelegentlich Menschen, welche sich an dem dezenten Grün und den blühenden Frühlingsblumen und dem lustigen Vogelgezwitscher erfreuen. Ein kurzer Gruß im gewissen Abstand, das war´s und jeder geht seinen Weg weiter, so wie es Hermann Hesse in einem seiner Gedichte zitierte. Wer hätte das noch vor einem Monat gedacht, dass wir mal so eingeschränkt werden.

Wenn wir nach Italien, Spanien, England und USA schauen, so geht es uns wirklich gut, ganz besonders hier auf dem Lande, wo die Menschen nicht so eingeschränkt wie in den Städten wohnen, wo viele nicht mal einen Balkon haben. Noch schlimmer ist die Situation in unterentwickelten, armen Ländern, deren Gesundheitssystem miserabel ist und auch nicht besser wird.


Blicken wir trotzdem nach vorne, wenn wir auch wissen, dass unsere Welt eine andere in Zukunft sein wird. Die stetig fortschreitende Globalisierung hat unser Weltgefüge ins Schwanken gebracht. Produkte aus unserem Land, aus der näheren Umgebung, oder aus EU-Ländern und anderen Ländern aus Europa sollten wir nach der Krise wieder mehr bevorzugen. Deutsche Konzerne und Firmen sollten den Mut haben, wieder mehr Produkte in Deutschland und in europäischen Ländern herstellen zu lassen, als aus asiatischen und überseeischen Ländern.

Wir werden oft mit minderwertigen Billigartikeln überhäuft. Textilien sind stark mit Pestiziden belastet. Aus meinen Erfahrungen beim Zoll habe ich das bei Textileinfuhren in meiner Zeit in Aschaffenburg erlebt. Daran hat sich heute wohl noch nichts geändert. Auch bei kritischen Einfuhren von Lebensmittel, Südfrüchten und Pflanzen aller Art, sollte man den Zoll mehr Handlungsraum gewähren.

Die Landwirte und Winzer in unserem Land bekommen wegen Spritzmittel hohe Auflagen, während in den meisten Ländern Gesetzgebungen nicht befolgt werden.

Ich habe es selbst erlebt, wie auf den Baumwollfeldern in der Zentraltürkei unweit von Denizli eine Unmenge von Pestiziden gespritzt wird. In den asiatischen Ländern wird es nicht anders sein. Diese hochgiftigen Bekleidungsstücke lagern in unseren Geschäften. Man spürt diesen Giftgeruch in den Billigläden. Es stehen immer wieder Konzerne dahinter, die am meisten von diesen Transaktionen verdienen, denen liegt doch nichts an der Volksgesundheit. Unverständlich auch, dass ein Großteil der pharmazeutischen Produkte in China oder Indien hergestellt werden und zum Teil verunreinigt sind. Diese Missstände stellten Experten fest.

Die hohe Politik weiß davon, unternimmt aber nichts, weil sie keinen Mut haben, gegen die Konzerne vorzugehen, siehe auch in der Auto-Industrie. Da geht es nicht um die tausende von Mitarbeiter, die ehrlich und sauber arbeiten, sondern um einzelne hoch bezahlte Menschen, die ihren Konzern, durch ihr vertuschen von Fehlern, unglaublich schädigten. Warum werden diese nur profitorientierten Menschen nicht zur Rechenschaft gezogen.

Ich erinnere mich an Postabfertigungen, da öffneten wir auch Pakete aus Fernost, welche nie abgeholt wurden. Da flogen manchmal für uns unbekannte Insekten aus den geöffneten Paketen heraus, die wir töteten, sonst wären sie in unseren Kreislauf gekommen.

Auch bei Tier, Fleisch und Pflanzeneinfuhren war ich oft dabei. Was ich da erlebte, würde noch einige Seiten füllen. Ein Wunder, dass wir uns nicht angesteckt haben.

In dieser sich nah gerückten Welt kommen, das lässt sich nicht vermeiden, Viren und Bakterien zu uns, die wir vorher nicht kannten. Gegenmittel zu finden, diese zu eliminieren, uns alle auf Dauer zu schützen, ist trotz unseres großen Fortschritts in der Forschung und in der Medizin nicht einfach und braucht viel Zeit, wie jetzt mit dem Virus Covid-19, den wir unter den schönen Namen „Corona“ kennen. Jeden Tag werden wir im Fernsehen stundenlang damit konfrontiert.

Wir werden Dank der großartigen Arbeit der Virologen wieder Licht im Dunkeln sehen und so hoffen wir alle unseren normalen Alltag wieder bewältigen zu können. Doch diese Pandemie, die weltweit unterwegs ist, hinterlässt auf jeden Fall viele negative Spuren. Doch auch, das ist unsere Hoffnung, ungeahnte Möglichkeiten, was das menschliche Miteinander betrifft. Bescheidenheit, Dankbarkeit, Mitgefühl, Demut, diese schönen, menschlichen Tugenden, sollten wieder mehr gepflegt werden.


Thema Waffenhandel: Auf höchster Ebene sollten sich bestimmte Machthaber der Welt endlich Gedanken machen, dass Kriege nie eine Lösung sind. Statt Waffen sollten sinnvolle Geräte und Maschinen hergestellt werden. Doch das wird, das wissen wir alle, ein Wunschtraum bleiben. Denn auch nach Corona, wird es leider wieder Kriege geben, denn bestimmte Konzerne, da gehört die Waffenindustrie dazu, sie verdienen daran viel Geld. Es wird immer wieder Machthaber und Despoten geben, die Krisengebiete, als mögliche Schauplätze für die kommenden Kriege ausspähen.

Auch bei Waffenexporte, die viel in arabische Länder gingen, war ich oft live am Stuttgarter Flughafen dabei. Eingeladen wurden die Waffen nie am Tag, sondern in der späten Nacht, Die Bediensteten des Flughafens, außer der Flugsicherung, sowie die Bevölkerung dürfen ja davon nichts mitbekommen. Eigentlich ist nachts Start- und Landeverbot, doch für solche Zwecke, wird das Start- und Landeverbot sogar aufgehoben.

Wir vom Zoll wurden erst wenige Stunden vorher im Nachtdienst darüber informiert. Der Nachtdienst bestand damals aus einer Person. Mir war es ziemlich mulmig als ich mit dem Dienstauto zum Flugzeug fuhr und dort vor dem arabischen Flugzeug zwei uniformierte Araber mit Schnellfeuerwaffen sah, die mich misstrauisch beäugten. Ein Vertreter der Waffenfirma übergab mir die Ausfuhrpapiere, welche alle schon ausgefüllt waren und vom Bundesamt abgezeichnet waren. Das erste Mal war das für mich ein ungutes Gefühl, ich hatte Schweißperlen auf dem Kopf. Die Verladung erfolgte sehr schnell und danach ging ich ins Flugzeug, um die Papiere der Crew zu überreichen. Als ich das arabische Flugzeug betrat, war ich fast von Sinnen. Dieser Prunk im Flugzeug. Außergewöhnliche teure, Teppiche lagen am Boden, die Sitze mit Samt ausgestattet, in der Toilette sah ich Wasserhähne aus Gold. Arabische Musik erklang aus den Lautsprechern. Die gesamte Crew war nett, nur den zivil angezogenen Mann, mit dunkler Brille und finsteren Blick, empfand ich angsteinflößend. Der war mir nicht geheuer, bestimmt war das der Waffenhändler. Ich war froh das Flugzeug wieder verlassen zu können und als ich mit dem Dienstauto wegfuhr, die Tür zum Transitraum aufschloss und einen Stock höher in unserem Büro war, fiel mir ein Stein von Herzen. Die ganze Nacht beschäftigte mich dieses Ereignis. Als ich den älteren Kollegen diese Geschichte am übernächsten Tag erzählte, meinten sie, so ging es ihnen auch, als sie das erste Mal damit konfrontiert wurden.

Bei den nächsten Waffenabfertigungen einige Monate später, wieder in der Nachtschicht, war ich wesentlich entspannter. Doch dieses Thema der Waffenexporte beschäftigte uns Zollbeamte immer wieder, auch deshalb, weil laut dem Außenwirtschaftsgesetz, Waffen zu Kriegszwecken ausfuhr-verboten sind. Ein Kollege ließ sich versetzen, weil er das mit seinem Gewissen nicht mehr vereinbaren konnte. Dass diese Waffenlieferungen von deutscher Seite weiterhin stattfinden, liegt auch daran, weil wir als wichtiges Natomitglied, zumindest indirekt immer an alle Kriegsgeschehnisse teilhaben werden. So wird, dass wissen wir alle, unsere Bundeswehr auch in Zukunft immer in Kriegsgebieten präsent sein. Als Schutzschild sozusagen. Das sei notwendig, so die Meinung, der Wehrexperten, sonst würde der Frieden in der Welt gefährdet sein. Gefahren abzuwenden, ist schon richtig, doch um welchen Preis?

Ich kenne einen jungen Mann, der war zweimal ein halbes Jahr in Afghanistan. Sein inneres Wesen ist zerstört, er ist nur noch ein Schatten selbst. Er erzählte nur wenig, doch was er erzählte, reichte schon. Da gibt es leider Leute, die sagen, er sei doch selbst schuld, warum hat er sich freiwillig gemeldet?

Der Export mit den Waffen ist ein Thema, welches wir vom Zoll, immer wieder auf Lehrgängen eifrig diskutiert haben.

Unser Chef, ein echter Schwabe sagte einmal: Leute seht es gelassener, wir müssen halt diese Art von Geschäften tolerieren und vorsichtig damit umgehen.

Wenn es um das große Geld geht, greifen manche Gesetze nicht mehr. Der Ermessensspielraum kann sehr groß sein.

Warum aber, ändert man bestimmte Gesetze nicht? Wir beim Zoll waren oft ratlos und hilflos. Richtiges Handeln wurde sogar in Frage gestellt.

Auf Gerichtsverhandlungen habe ich dieses Dilemma schon erlebt. Gottseidank waren wir gut vorbereitet, sonst hätte mancher, der wissentlich unseren Staat betrogen hat, sogar recht bekommen, weil dieser einen Staranwalt sich leisten konnte. Diese Erfahrungen musste ich lernen. Mein Gott, was war ich unbedarft und naiv, als ich als junger Mensch zum Flughafen kam.

Nun gab es in meiner 11jährigen Zeit am Stuttgarter Flughafen auch viele schöne Erlebnisse, die unvergessen bleiben. Ich lernte wunderbare Menschen kennen und nicht wenige. Da waren viele dabei, die schon meiner Einladung nach Sommerhausen folgten. Sie sind alle von unseren so schönen Sommerhausen begeistert und kommen immer wieder gerne, genießen unseren vorzüglichen Frankenwein, den sie auch, wie unseren sehr guten Essig in ihre Heimat gerne mitnehmen.


Wir in Sommerhausen, ja in ganz Franken, leben in einem schönen und glücklichen Umfeld, auch jetzt in der Corona-Pandemie und auch danach. In Zukunft sollten wir noch mehr zusammenrücken und unseren Gemeinsinn weiter pflegen. Denn gemeinsam sind wir stark. Die Vereine, das haben wir beim Sommerhäuser Festival im letzten Sommer und bei vielen anderen Veranstaltungen bewiesen, sind intakt. Gewisse Differenzen wird es immer geben, doch darüber sollten wir sprechen und diskutieren. Nur mit Offenheit und Toleranz, die Meinung der anderen zu respektieren, kommen wir weiter. Sturheit blockiert. Die jungen Leute zu motivieren und aufzubauen, wie es die Feuerwehr vorbildlich macht, sind zukunftsweisend. Wir Älteren sollten stets Vorbilder sein.

Mit Großveranstaltungen, wie unsere Weinfeste, wird es wohl in diesem Jahr nichts mehr werden. Vielleicht sollten die Vereine sich Gedanken machen, wie Weinfeste in Zukunft ausschauen könnten. In einem gemütlichen kleineren Rahmen und dezenter Musik, so dass sich auch jeder mit anderen unterhalten kann. Immer gibt es Möglichkeiten. Starr an vergangenem festzuhalten, ist keine Lösung. Dass Vereine, gerade die TSG, das Geld für Veranstaltungen dringend brauchen, wissen wir alle.


Der neu gewählte Gemeinderat ist bestens aufgestellt. Junge frische Kräfte kamen dazu, sie werden bereichernd für die Kommunalpolitik sein. Dem neuen Bürgermeister Wilfried Saak und den Gemeinderäten sollten die Bürger von Sommerhausen unbedingt ihr Vertrauen schenken, wie auch den vielen ehrenamtlichen Helfern. Auch unsere lieben Pfarrersleut, Irene und Jochen Maier, schenken wir unser Vertrauen. Wir haben doch uns sehr gefreut, dass sie nach Sommerhausen zurück gekehrt sind.


Der Glaube ist in unserer prekären Situation sehr wichtig. Beim Abendleuten das „Vater Unser zu beten“ eine Kerze anzuzünden, diese Empfehlung von Pfarrer Jochen Maier, sollten wir bitte annehmen. Wenn nicht, dann wenigstens im Stillen ein kurzes Gebet beten.


Ein großes Kompliment und Dankeschön den Ärzten, den Apothekern und ihren Mitarbeitern, den Krankenschwestern, den Pfleger- und Pflegerinnen, den Sanitätskräften, dem Helfern des Technischen Hilfsdienstes und diejenigen, die für unsere Versorgung unterwegs sind. Dazu zählen wir auch die vielen Menschen, überwiegend Frauen, die an den Kassen der Supermärkte sitzen. Wir denken auch an die vielen anderen Menschen, welche für unser Wohl arbeiten und viele Überstunden in Kauf nehmen. Was all diese Menschen in dieser so schlimmen Zeit leisten, ist großartig.


Ein ganz wichtiges Thema, welches wir im Laufe unseres aufstrebenden Wohlstands lange ignoriert haben und jetzt mehr darüber wissen, ist die Klimaveränderung, die wir Menschen zu verantworten haben. Weltweit veränderte sich die Umwelt, durch Massentierhaltung, Waldrodungen, Monokulturen und viele mehr. Diese massiven Veränderungen tragen dazu bei, dass wir Menschen in Zukunft immer häufiger Virenangriffen ausgesetzt werden, welche Krankheiten auslösen und am Ende tödlich sein können. Das behaupten Experten. Diese Prognosen teilten sie schon vor vielen Jahren den regierenden Politikern mit. Doch diese ignorierten ihre Kenntnisse und ihre Weitsicht. Jetzt sind die Politiker dankbar, dass sie in ihrem unmittelbaren Arbeitskreis, diese kompetenten Leute um sich haben, welche uns aufklären und uns tagtäglich über den Stand der Pandemie berichten.

 

Wir Menschen neigen leider dazu, Unangenehmes zu verdrängen. Wir hören lieber, es geht uns doch gut. Wir verkannten Hilferufe oder Symptome, die uns betrafen. Wir sind überheblich und leichtsinnig geworden, weil es uns eben gut ging. Wir lebten mit unserer so heiteren Gesinnung und unserem sicheren Einkommen, wie die Made im Speck. Wir haben gerne leidenschaftlich gefeiert. Nun ist es anders geworden. Die nachfolgende Generation wird uns später böse sein, weil wir so viel außer acht gelassen haben. Denken wir zurück, wie mühselig nach dem zweiten Weltkrieg unsere Vorfahren durch ihren Fleiß, durch ihr Wissen, wieder eine Existenz aufgebaut und fürsorglich ihre Kinder erzogen haben. Zu dieser Generation gehören wir, die jetzt Älteren. Leider haben wir und die jetzigen jungen Erwachsenen versäumt, unseren Kindern ganz wichtige Werte weiter zu geben, damit meine ich, die ethischen und religiösen Werte. Das lag daran, weil wir mehr das Materielle vordergründig sahen. Unsere Denkweise war und ist, wie kann ich meinen Kindern oder Enkelkindern helfen, dass sie uns lieben. Wir finanzieren zuerst den Führerschein, dann das Auto und dann bekommen sie unser Haus, dazu noch unser mühsam erspartes Geld. Wir warten auf das große Dankeschön und sind dann sehr enttäuscht, dass diese Wertschätzung nicht zurück kommt.

Irgendetwas machten wir falsch. Wir haben ganz einfach an die vielen kleinen lebenswerten Dinge nicht gedacht und waren wie fast alle Menschen in der westlichen Welt, dem Konsumrausch erlegen und so lernten unsere Kinder und Enkel, das gleiche wie wir.

Die Bücher „Haben oder Sein“ von Erich Fromm, oder „Die Kunst kein Egoist zu sein, von David Richard Precht, sollten in den Schulen im Ethikunterricht Einlass finden. Sehr Empfehlenswert auch für Erwachsene.

Gewiss gibt es nicht wenige Kinder, die das Erbe der Eltern zu schätzen wissen. Es ist auch richtig, den Kindern unser Erbe zu hinterlassen, denn sie gehören zu unseren Fleisch und Blut. Bei diesen dankbaren Kindern spüren wir die gute Erziehung und die Handschrift der Eltern.


Wie es nun wirklich weiter geht, weiß keiner so recht. Wir müssen auf jeden Fall Abstriche machen. Die vielen Großveranstaltungen in unserem Land werden eine Zeit lang, weniger werden. Diese Massenhistorie in Fußballstadien und bei Openair- Veranstaltungen, dazu die übertriebenen Huldigungen für Stars im Sport, speziell im Fußball, auch in der Musikbranche, war mit Verlaub, nicht normal.


Auch das Überangebot von Waren aller Art in den Supermärkten ist überzogen. Was brauchen wir z.B. Avocados von unterentwickelten Ländern, die auf großen Plantagen angebaut werden und viel Wasser brauchen, Wasser, das der Bevölkerung fehlt. Diese armen Menschen kommen dann zu uns als Asylanten. Sie würden in ihrem Land bleiben, wenn sie ihre Grundstücke, welche man ihnen weg nahm, wieder selbst kultivieren könnten. Es gibt wenige Ausnahmen, wo die Entwicklungshilfe half, dass ein Teil dieser Menschen vor Ort wieder ihre Felder bestellen konnten und damit ihre Familie wieder ernähren können.


Wir haben uns permanent zu einer Abfall- und Plastiknation entwickelt. Dieses Problem hat man zumindest schon erkannt und Ideen entwickelt, davon abzukommen. Die Konzerne bestimmen unser Land, nicht die Politik. Der Staat hat im Laufe der Jahrzehnte zu viel abgegeben, wie die Bahn und das Postwesen, dazu wurden viele wertvolle Immobilien, billigst an Spekulanten verkauft. Sogar Kulturgüter wurden an asiatischen Staaten verhökert.


Nächstes Thema: Die Billigangebote der unzähligen Flugreisen in nahen und fernen Ländern. Sie sollten unbedingt in Zukunft reduziert werden. Gewiss würde das für viele Flugunternehmen, wie Ryanair, das Aus bedeuten. Doch die früher etablierten Flugunternehmen Europas, wie auch unsere Lufthansa, würden auf Dauer wieder erfolgreicher sein. Sie sollte, wie früher zum Teil wieder verstaatlicht werden. Es darf nicht sein, dass Piloten und das sonstige Flugpersonal nur Zeitverträge bekommen. Das verunsichert doch nur diese Menschen

Der Himmel wimmelte nur so von Flugzeugen. Jedes Jahr diese enorme Steigerung an Start- und Landungen. Das kann doch auf Dauer nicht gut sein und schadet auf Dauer unsere Umwelt sehr. Da gehören auch die Luxuskreuzfahrtschiffe dazu, welche die Umwelt ebenso verpesten.


Auch das Geschehen auf den Straßen, insbesondere auf den Autobahnen, steht vor dem Kollaps. Wie kann es sein, dass auf unseren stark frequentierten Autobahnen immer noch nicht Geschwindigkeitsbegrenzungen eingeführt wurden. Warum kann sich die Politik gegen die mächtige Autolobby nicht durchsetzen. Es geht doch um die Sicherheit der Menschen. Jeder Tode und jeder Verletzte ist zu viel. Die Autolobby denkt aber anders. Defekte Autos muss es unbedingt geben, damit wieder neue Autos produziert werden. An die toten Menschen denken die Automanager nicht und auch nicht an die Schwerverletzten, welche nicht mehr arbeiten können und wo möglich bis zu ihrem Lebensende gepflegt werden müssen.

Thema: Pflege. Es darf und kann nicht sein, dass Menschen welche Pflegeberufe ausüben, so schlecht bezahlt werden, während bestimmte Zeitgenossen, den Staat mehr ausnützen, als nützen, und durch Tricks und Machenschaften schnell zu viel Geld kommen.

Mir tun die vielen Mittel- und Kleinbetriebe leid, die aufopferungsvoll ihren Betrieb aufgebaut haben, treu und brav die Steuern zahlen und Sorge für ihre Angestellten tragen. Der von der Regierung in der Krise zugewiesene Betrag für die Mittel- und Kleinbetriebe hilft zumindest, eine kurze Periode finanziell durchzuhalten. Wir denken auch an die vielen Arbeitslosen, die es schwer haben werden, wieder unterzukommen. Ihre Ersparnisse verringern sich rapide und sie müssen, wenn sie keine Arbeit mehr finden, später Sozialhilfe beantragen. Diejenigen die jetzt Kurzarbeit verrichten, sind etwas besser daran. Doch sie stehen unter dem Druck und der Ungewissheit, ob sie wieder voll arbeiten können.


Das Auftauchen dieses heimtückischen Virus ist ein Zeichen von oben und zeigt uns, dass wir Menschen trotz des Fortschrittes auf allen Ebenen, bei solchen unerwarteten Naturkatastrophen, hilflos sind. Wir sind keine Roboter, sondern Menschen aus Fleisch und Blut, mit Gefühlen und Ängsten, wir sind hoch sensibel, wenn wir das auch selten zu geben. Wir sind ein Produkt der Natur, der den Naturgesetzen, trotz der enormen Fortschritte in der Technik, immer unterworfen bleibt. Wir wurden geboren und werden sterben, ob arm oder reich.


Nach der Corona-Pandemie gibt es einen Neuanfang für uns die wir glimpflich davon gekommen und gesund geblieben sind. Ein Neuanfang ist eine neue Herausforderung für uns alle. Wir sollten dieses Geschenk vernünftig nützen und unseren Schöpfer danken. Dieser Dank an unserem Herrgott soll bitte keine Eintagsfliege sein.


Werte, die wir früher in die Wiege bekommen haben, die wir später im Religionsunterricht aus der Bibel oder aus dem Katechismus erfahren haben, sollten wieder in den Alltag hineinfließen. Ehrlichkeit, Toleranz, Demut, um nur einige Worte zu nennen. Den anderen zu respektieren und zu achten. Den Gemeinsinn fördern. Für die Nachbarn da zu sein und vieles mehr. Alles was unser Leben lebenswert macht.

Und wenn wir alles überstanden haben, dürfen wir auch wieder feiern. Mit unserer Familie und unseren Freunden werden wir uns zusammensetzen einen Bocksbeutel öffnen, den vorzüglichen Frankenwein einschenken, uns zu prosten, in die Augen schauen, den Wein mit Genuss kosten, danach uns umarmen (weil wir das wieder dürfen) und unseren Herrgott danken.


Anm. 1993, waren meine Frau und ich in Mexico. Ich fing mir am vierten Tag der Reise einen Virus ein, der mein Herz sehr schwächte. Dr. Jesus Villanova, der Chefarzt des St. Lucas Krankenhaus in Merida, rettete mein Leben, nach meinen Herzstillstand. Zwei Krankenschwestern knieten an meinem Bett und beteten für mich. Renate erzählte das mir hinterher. Mit einem Rettungsflug, den Renate mit Absprache mit der Deutschen Rettungsflugwacht organisierte, wurde ich nach Ford Lauderdale (USA) transportiert, wo mich Prof. Dr. Lister, ein Kardiologe deutscher Abstammung, behandelte. Nach vier Wochen konnte ich wieder ausreisen. In Deutschland wurde ich weiter von Herzspezialisten behandelt. Nach einem Jahr war ich wieder gesund. Ich hab also schon Bekanntschaft mit einem tückischen Virus gemacht. Das war eine harte Zeit für mich, wie auch jetzt nach meinen Herzinfarkt im letzten Jahr. Dass ich das alles überstand und wieder fit bin, darüber bin ich sehr dankbar und demütig.

Mit dem mexikanischen Arzt war ich noch lange im brieflichen Kontakt. Das schönste Geschenk machte Dr. Villanova mir, als Uli Hofmann, ein Freund von mir, ihn in Merida (Mexico) persönlich besuchte. Er überreichte Uli ein Päckchen, welches er mir in Sommerhausen überreichte. In diesem Päckchen war ein Porzellanherz mit einem Eisengestell, welches sein Bruder, der eine Künstlerwerkstatt besitzt, extra für mich herstellte. Dieses wertvolle Geschenk steht seitdem auf einer Kommode in unserem Wohnzimmer.