In der Mitte des auch heute noch von einer weitgehend intakten Stadtmauer umgebenen Altortes liegt das 1558 erbaute, mit einem Treppengiebel geschmückte Rathaus. Seine Spitzbogenarkaden an der Straßenfront waren früher Verkaufsräume. Später wurden sie zugemauert und beherbergen heute das Verkehrsbüro. Der Sitzungssaal im Obergeschoß ist ein einfacher, aber eindrucksvoller Raum mit tiefen Fensternischen und intarsierter Wandvertäfelung. In der geräumigen, mit wuchtigen Balken und Holzdecke ausgestatteten Rathausdiele auch Bürgersaal genannt, finden unter anderem Weinproben, Empfänge und Veranstaltungen statt. Im Foyer des Rathauses sind in den Sommermonaten Kunstausstellungen zu sehen. Dereinst diente sogar das ehemalige Gefängnis künstlerischen Zwecken. Hier stellte die Sommerhäuser Künstlerin Irmingard von Freyberg (gest. 1985) ihre Keramiken und Scherenschnitte aus. |
Schräg gegenüber dem Rathaus steht ein Brunnen, dessen gewappneter Ritter "Hans Jörg" genannt die Verkörperung des der Gemeinde verliehenen Marktrecht darstellt.
Neben dem Rathaus steht die evangelische Pfarrkirche, Bartholomäuskirche genannt. Erstmals 1341 erwähnt, wurde sie 1666-1672 umgebaut. 1739 stürzte das Langhaus ein und wurde 1740 neu errichtet. Der seitlich stehende Turm aus dem 13. Jahrhundert wurde 1596 um die Turmobergeschosse und den Treppenaufgang erweitert. Er blieb beim Einsturz der Kirche erhalten. Interessanterweise ist der Kirchturm nicht im Besitz der Kirche, sondern in dem der Gemeinde.
Im Innern der Kirche fällt besonders die Kanzel auf. Ein Renaissanceaufbau mit reichem Schnitzwerk von 1620, Im 18. Jahrhundert erweitert. Eine Gedenktafel erinnert an den ehemaligen Pfarrer Carl Heinrich Caspari (1815 - 1861). Mit seinem Buch "Der Schulmeister und sein Sohn" trug Caspari viel zur Bekanntheit Sommerhausens bei.
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